Auf der Spur der Banditen

Seit geraumer Zeit sehen wir schon tatenlos zu, wie die diversen Kirchenschätze von dubiosen Gesellen quer durchs Land gefahren werden. Auch vor unserem nächsten Halt in Campeche bietet sich dieses Bild. Wo soll das enden?dscn9656_web

Nun, erst einmal enden wir in Campeche.dscn9495_webEin Städtchen am Meer, mit einer durch den Kolonialstil sehr mediterranen Erscheinung. Und schönes Licht haben die hier.dscn9501_webdscn9543_webDurch den Sonnenglanz etwas abgelenkt, verlieren wir leider die Spur der Ganoven, stellen  aber fest, dass um die Kirchen herum schon Hektik ist. Die Leute versuchen wohl das Nötigste in Sicherheit zu bringen.dscn9512_web

Sand-Ornamente wie Mandalas, bestimmt um die Fußspuren besser zu  sichern.dscn9535_web

Wir bleiben zum Abendessen, Garnelen in Kokosmantel mit Apfelchutney. Von wegen Bohnen.dscn9640_webSogar nachts machen die Campechanos schönes Licht.dscn9609_webBei ihnen zuhause pflegen sie offenbar etwas, das stark an deutsche Schrankwandgemütlichkeit erinnert. Ja, der Mexikaner mag es halt auch wohlig. Nur die Fliegengitter hat es in Deutschland selten.dscn9610_web

Uxmal

Am folgenden Tag folgen wir erst einmal einem Gebüsch.dscn0002_web

Es führt uns zielstrebig zu vielen alten Steinen, nämlich nach Uxmaldscn9765_webWieder eine alte Mayastadt, diesmal mit gut erhaltenen Steinmetzarbeiten,dscn9802und rätselhaften Inschriften aus moderner Zeit.dscn9814_webTolle Kulisse für ein Selfie.dscn9725_web

Endlich kann man ein Pelota-Tor in seinem natürlichen Habitat bewundern.dscn9842_webdscn9848_webDer Erdnomade rätselt, wo in der Pelota-Tabelle sein Lieblingsverein wohl stünde. Ich nehme an, die Spieler wären friedlich an Altersschwäche gestorben. (Wie wir wissen, wurden die Gewinnermannschaften gerne auch den Göttern geopfert)

Der Erdnomade und sein alter Freund freuen sich über den Himmel mit den pittoresken Wolken, doch der mexikanische Fremdenverkehrsverein übertreibt es diesmal und die Wolken fangen an auszulaufen. Erst ein bißchen,

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dann ein bißchen richtig doll.dscn9899_web

Wir lassen uns dadurch nicht nass machen und genießen den Anblick.dscn9869

Nach einem Gang Schleudern, Trocknen und Abendessen gehen wir gleich nochmal hin und erfahren durch eine Vorstellung in Licht und Ton Wissenswertes über Uxmal und seine Geschichte. Das lest Ihr am besten selber nach.dscn9937_web

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Damit gute Nacht.

Du, da, die Diebe!

Nach Uxmal geht es nach Izamal, der gelben Stadt. Keine Ahnung, warum man die so nennt.dscn0243-1Und hier finden wir plötzlich unsere Kirchenräuber. Also erst einmal ihre Fahrräder. Überall sind sie.dscn5500_web-1Modernster Fahrkomfort.dscn0256_webJede Menge Kunstschätze.dscn0253_web

Gerade als wir uns auf das Gelichter stürzen wollen, sehen wir dass diese Menschen Statuen in die Kirche hinein tragen und nicht heraus.dscn5487_web-1

Nun wird uns klar, das sind ja alles Pilger. Mit großem Aufwand und noch größerer Hingabe werden aus dem ganzen Land die Marienstatuen ( und vereinzelte Kreuze mit angenageltem Heiland ) zum spirituellen Wiederaufladen in die Kirchen gebracht. Zumindest dorthin, wo sich eine der wichtigen Marienfiguren befindet. Ja, in Mexiko gibt es in der Kirche ein echtes gelebtes Matriarchat. Da hat der Sohnemann wenig zu melden, der hängt hauptsächlich ab.

Hier in Izamal findet sich eine der großen Marias.

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Hier ist sie.dscn5429_webUnd hier noch näher.dscn5428_web-1

Sogar ein leidenschaftlicher Spötter wie der alte Freund hält hier die Klappe. Die Dame hat Charme und ein echtes Potenzial den Menschen Vertrauen und Hoffnung zu geben. Es könnte daran liegen, dass sich in Mexiko die alte indianische Glaubenswelt mit dem Christentum arrangiert hat. Als Identifikationsfigur für einen segenvollen Glauben, ist diese Maria, unsere Jungfrau von Guadalupe, die Königin von Mexiko, Herrscherin über ganz Amerika richtig knorke. Vor allem, wenn man sich im Vergleich dazu das restliche Personal ansieht. Zum Beispiel den Gründer dieses Franziskanerkonvents:dscn5336_webWürden sie diesem Herren ein Gebrauchtfahrzeug abkaufen?

Tritt man aus dem Kirchenschiff heraus, lernt man, daß Glaube nicht immer viel Protz braucht. Ein altes Foto tut es auch.dscn5461_webdscn5476_webdscn5440_web-1

Nun da wir wissen, diese Räuber sind sehr ehrenhafte Gesellinnen und Gesellen, nehmen wir uns ein Beispiel an den Señores und lassen das bunte Treiben auf uns wirken.dscn5280_web-1

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Während immer noch einige Gruppen ankommen,dscn5621_webmachen sich andere bereits auf den Heimweg.dscn5412_web

Hier freut sich die nächste  Generation aufs Radfahren für die Marien,

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während sich manche Radfahrer über die nächste Generation von Marien freuen.dscn5364_web-1

Woher er die wohl hat? Ah ja, vom billigen Jakob. Fast sind wir geneigt unseren Lieben daheim ein Geschenk zu erstehen, ersparen ihnen aber letzten Endes die Freude.dscn5724_webdscn5759_web

Nicht jeder Deutsche hat schließlich so viel Sinn für Ästhetik wie der Mexikaner.dscn5837_web-1

Das wird auch deutlich bei einem schnellen Blick in mexikanische Wohnstuben. Daheim in Franken sieht  es meist anders aus. Versteht mich nicht falsch, hier findet das Leben auf der Straße statt, nicht auf der Couch, und das sieht man eben.dscn5857_web-1dscn5656_web-1dscn5867_web-1dscn5871_web-1dscn5875_web-1dscn5860_web-1dscn5646_web-1

Der Erdnomade und sein alter Freund lassen Izamal hinter sich und die Izamaler in Ruhe aufräumen und fahren kurz wieder ans Meer nach Rio Lagartos.dscn9251_web

 

Nun aber – maskierte Banditen und andere Vögel

Rio Lagartos ist bekannt für seine Flamingos. Wir sind bekannt dafür den Tourismus links liegen zu lassen. Das tun wir auch mit den Flamingos.

Der Rest der Vogelschar tut’s auch. Solotänzchen für den Erdnomaden.dscn9594_web

Und die Möwe so: Ey, das sind alles meine Fische – und der Pelikan so: Nee, echt jetzt?

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Natürlich wird uns die Vogelschau doch langweilig und Wasser gucken auch. Passiert ja nix.

Also auf, Spaziergang durch die  Mangroven.dscn9434_webNicht ganz ohne, der Weg….dscn9477_web

“ The bridge, the bridge, the bridge is finished!“dscn9476_web

Wir kommen dennoch heil zurück, Schnappi und Familie haben wohl schon Feierabend. Dann doch Wasser gucken.dscn9489_web

Aber halt, kurz nach Einbruch der Dunkelheit ein Geräusch: Einbrecher!! Mit Masken!! Ohne Marienstatuen!

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Gefährlich dreinblickende Gesellen!dscn9510

Mit Showtalent!

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Also gibt es doch Banditen in Mexiko, maskierte obendrein. Furchterregend sind die aber nicht wirklich. Wer es nicht erkannt hat, es sind Waschbären.

Waschen könnten wir uns auch mal wieder denken wir, und erkunden die diesbezüglichen Lokalitäten.

Als erstes die Cenote Zaci in Valladolid.dscn9808

Jaa, schon ganz nett, aber na ja. Da geht noch was. Also auf zur Cenote Suytun.

Sieht schon besser aus, es kommt gleich die standesgemäße Begrüßung durch freilaufende Ziervögel.dscn9881_web

Und das ist sie dann, die Badewanne nach Gutsherrenart. dscn9885_web

Reizvoll abgehängte Badezimmerdecke. dscn9916_web

Dezente Beleuchtung durch eingelassenen Tageslichtstrahler.dscn9894_web

Man glaubt es nicht, aber sogar der alte Freund geht hier ins kühle Nass. ( Aus Rücksicht auf neidische Gemüter davon kein Foto )

Erfrischt an Leib und Seele steigen wir wieder in den Ursus, und der letzte Tag in Mexiko neigt sich dem Ende entgegen.

Kurz vor dem Flughafen machen wir noch schnell Halt an der Playa Cancun.dscn9979_web

Das Wasser sieht herrlich aus, der Sand ist weiss, der Blick nach links und rechts jedoch führt uns das Kontrastprogramm zu unserem Aufenthalt in Mexiko vor Augen. Pauschaltouristen aller Länder vereinigt euch und kommt nach Cancun. Auf zehn oder mehr Kilometern Länge folgt ein Hotel dem Anderen. Mit all den Bildern, Düften, Geschmäcken und Erlebnissen der vergangenen sechs Wochen, all den Begegnungen mit Mensch und Tier in diesem an Sehenswertem überreichen Land, fühlen sich der Erdnomade und sein alter Freund hier wie Außerirdische inmitten des Geschehens.dscn9994_web

Schweigend sehen wir den Menschen beim Urlauben zu. Nach einiger Zeit gewinnt das Grausen die Oberhand über das Staunen und wir verabschieden uns. Das Flugzeug wartet.

 

 

Epilog

Es ist vorbei. Der alte Freund ist wieder in Franken und bleibt erstmal da. Für alle, deren Fernweh noch nicht gestillt ist, geht glücklicherweise der Blog der Erdnomaden von nun an weiter. Ich hoffe es hat Euch gefallen uns auf der Reise zu begleiten. Nicht alles was wir erlebt haben, hat Einzug in den Blog gehalten, aber alles was Ihr gelesen habt, hat sich so, oder so ähnlich zugetragen. ( Ja, auch das Krokodil )

Ich bin dem Erdnomaden heimlich unheimlich dankbar dafür, dass er mir diese Gelegenheit geboten hat, meinen Tellerrand zu erweitern, und hoffe ihm ein angenehmer Reisebegleiter gewesen zu sein. Diese Fahrt war nicht mein letzter Aufenthalt in Mexiko, unabhängig davon was dieser große Berg da alles plant. Was den Blog angeht, es war mir eine Freude ihn zu schreiben. Es ist mein Erster, also seid nachsichtig was den Text angeht, und auch wenn aufgrund der Gewichtung auf ein unterhaltsames Geschichtenerzählen nicht alle Fotos Posterqualität aufweisen, würde ich mich freuen, wenn sie ab und an gefallen haben und einen guten Eindruck von Land und Leuten vermitteln konnten.

Ich verabschiede mich nun von Euch, nicht ohne nochmals auf den Blog der Erdnomaden zu verweisen -Buen viaje an die Beiden. Die Geschichte geht weiter, nur ab jetzt wieder ohne mich.

Macht es gut und vielleicht seht Ihr Mexiko jetzt mit frischen Augen. Ich jedenfalls tue es.

Adiós muchachas y muchachos

Der alte Freund

 

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Calakmul

Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück in unserem putzigen Dschungel, machen wir uns auf den Weg nach Calakmul (oder hier). Ein weiteres UNESCO- Welterbe. Schon wieder.
Das spannende hier ist allerdings, dass Calakmul erst seit kurzem erforscht wird und das Territorium noch weitgehend unentdeckt im Dschungel liegt. Auch in Reiseführern findet sich noch kaum eine Erwähnung der Stadt, die immerhin eine der größten Ihrer Art ist.

Wir fahren also in den Dschungel. Anfangs sieht man noch andere Menschen.dscn2899_web Und wir fahren.dscn2900_webWir fahren.dscn3106_webFahren.dscn3110_webFahren.dscn3116_webHabe ich schon erwähnt, dass wir in den Dschungel fahren?dscn3119_webÜber Schlaglöcher, die den Namen auch verdienen.dscn3152_webIn den Dschungel.dscn3132_web

Nach schlappen sechzig Kilometern, SECHZIG!!!KILOMETERN!!!DURCH DEN DSCHUNGEL!!!, sind wir auch schon da. Die ersten Stelen sind vorne zu sehen, über uns die passende Dschungelzugabe: Spinnenaffen. Neugierde ist ihr zweiter Vorname, Menschenscheu kennen sie nicht wirklich. Wenn sie sich auch nach kurzer Zeit wieder verkrümelt haben, lag das wohl eher daran, dass der Erdnomade und sein alter Freund nicht interessant genug sind. Na, auch ein Affe kann sich täuschen. Auf alle Fälle gab es wieder kein Monster. Ich denke, ich gebe es auf.dscn2926_webdscn2984_web

Über die Geschichte von Calakmul, kann ich jetzt wenig beisteuern, die Stadt ist eben noch nicht wirklich erforscht. Es gibt viele Stelen mit Schriftsymbolen und offenbar ganz  außergewöhnliche Wandbemalungen in den Gebäuden. Die sind der Öffentlichkeit aber noch lange nicht zugänglich, wir konnten nur kurz über ein paar Abbildungen einen Eindruck bekommen.dscn2982_webDie Stelen hingegen sind überall zu finden, ein bisher ungewohnter Anblick.dscn2955_webdscn2985_webWir suchen uns die höchste der bislang freigelegten Pyramiden und gehen natürlich hinauf.dscn2967_webdscn3008_webdscn3047_web

Von dort oben bietet sich ein herrlicher Blick. Falls ich vergaß es zu erwähnen, wir sind  sechzig Kilometer tief im Dschungel, und es gibt bis zum Horizont und darüber hinaus nichts als Grün. Bis auf einige wenige freigelegte Bauwerke im Gebiet von Calakmul. Der Wald hier zeigt sich völlig anders als unser fränkischer Wohlfühlwald.  Nach 20 Metern endet bereits die Sicht und an ein Durchkommen ohne Machete und reichlich Zeit braucht man gar nicht erst zu denken. Aber dieser Ausblick…dscn3018_webWie schon viel zu oft in diesem Blog muss ich zugeben, dass die Bilder nicht annähernd beschreiben können, wie es vor Ort ist. Und wir müssen leider auch schon wieder die Rückreise antreten, da eine lange Fahrt bevorsteht, nämlich sechzig Kilometer, alleine schon durch den Dschungel. Kurz, nur ganz kurz beschleicht uns beim Anblick einer Baustelle ein Verdacht: wieviel Einsatz kommt denn da wirklich vom mexikanischen Fremdenverkehrsverein? Dschungel, Äffchen, Pyramiden. Die tun schon viel für Ihre Touristen. Wie viel eigentlich ? Aber nein, die Steine sind schon alt. Oder?dscn3061_web

Wir fahren zurück…dscn3122_web…und fahren.dscn3113_web

Ich erlaube mir an dieser Stelle kurz darauf hinzuweisen, dass wir  sechzig Kilometer tief in den Dschungel hineingefahren sind und die sechzig Kilometer auch wieder heraus mussten. Der Erdnomade hat sich die Pause nach dem Wald  mit Kippe und Brathuhn redlich verdient.dscn3171_web

Wir träumen diese Nacht friedlich von monsterfreiem Dschungel.

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Am kommenden Morgen lässt sich der alte Freund vom melodischen Rufen der Brüllaffen wecken. Da es in Mexiko ja keine Monster gibt, sondern nur putzige Äffchen oder so, latscht der alte Freund in Crocs ein wenig durch den Urwald. Die Äffchen selber verstecken sich, aber ihre Spuren sind überall zu finden.dscn3235_webdscn3236_webdscn3238_web

Also erst mal Frühstück, und dann mit dem Erdnomaden noch einmal hinein in unseren Kuscheldschungel.

Alles so schön verwachsen.dscn3200_web

So hübsche Blüten.dscn3232_web

So lustige Stacheln.dscn3228_web

So schönes Grünzeug.dscn3216_webdscn3211_web

Oooh, ein schöner Tümpel.dscn3246_web

Schöne Spiegelungen im Wasser.dscn3275_web

So eine idyllische Stille.dscn3241_web

Aaah, so eine schöne rosa Libelle gleich da am Wasser.dscn3250_web

So ein bezauberndes, goldiges, niedliches, gar nicht sooooo kleines,

 

 

 

….KROKODIL!!!…dscn3251_web

(Hier der passende Soundtrack- Hi Gerrit)

DA. IST. ES. NUN!  Unser Monster. In echt und quietschlebendig. Und schnell. Irre schnell.

Ein einziges plötzliches sehr lautes Rauschen von Wasser, ein Schatten und schon sind der Erdnomade und sein alter Freund einen Meter nach rechts gehopst. Noch reichlich bevor beide wussten was passiert. Im Nachhinein betrachtet, nicht die allerblödeste Reaktion auf diesen Nachbarschaftsbesuch, dessen freundliche Absichten immerhin nicht zwangsläufig auf den ersten Blick zu erkennen waren. Vielleicht hat es ja nur nach der Libelle geschnappt, die ist jedenfalls nirgends mehr zu finden. Auch nicht gleich zu finden war meine und des Erdnomaden Geistesgegenwart. Die waren in dem Augenblick damit beschäftigt händchenhaltend und ein fröhliches Liedchen pfeifend durch den Wald zu hüpfen. Darum fehlt leider das Foto mit Schnappi’s Zahnpastalächeln.dscn3259_webVöllig friedlich, und nur ein klein wenig das Wasser trübend, liegt unser neuer Freund dann einfach rum und macht gar nix mehr. Nach einem derartig starken Auftritt, seltsam und nicht wirklich vertrauenserweckend. Darum verabschieden wir uns höflich und lassen den Tümpel hinter uns. Genauso schön wie zuvor, nur jetzt mit Krokodil.dscn3269_web

Im Gehen haben wir ein Weihnachtsliedchen im Kopf, mit nur leicht geändertem Text: still und starr ruht der See, weihnachtlich glänzet der Wald, freut Euch, wir werden doch alt.

Ja, was tut man jetzt mit dem ganzen Adrenalin so früh am Tag? Schwimmen gehen. Aber nicht einfach so. In der Gegend gibt es ein paar Cenoten, die sich anbieten würden.

Wie gefühlt immer, geht es in Mexiko erstmal bergauf. Da, ein Karpfen mit Beinen. Nee, doch nur ein Iguana.dscn3409_web

Oben angekommen, bietet sich ein toller Anblick über die Cenote. Der alte Freund lehnt sich weit vor, man sieht’s trotzdem nicht. Der Rand der Cenote liegt ca. 60-70m hoch.dscn3353_webdscn3354_webdscn3393_webObwohl von einem Geländer kaum noch Reste vorhanden sind, verzichten wir darauf vom Beckenrand zu springen. Aber einfach so ins Wasser geht wegen unseres Adrenalinspiegels auch nicht. Also werfen wir einen Blick auf die Alternativen:

Die hierzu angebotene Kleidung läßt jedenfalls auf weiteren Nervenkitzel hoffen.dscn3300_web

Und tatsächlich, der Erdnomade folgt der Anweisung-„Und jetzt Spring!“ und findet sich im Flug wieder.dscn3306_webWeil es so schön ist, gleich nochmal von der anderen Seite zurück.dscn3311_webNoch ein wenig Hochseilparcour mit Feuerstelle drunter fürs Selfie und dann endlich entspannt ins Wasser.dscn3323_webdscn3344_webWir wissen nun, dass es in Mexiko keine Monster gibt, nur Krokodile, und dass auch die schönste Speisekarte eine Rückseite hat, auf der man sich überraschend schnell selbst wiederfinden kann. Zur Erinnerung daran, winkt uns auf der Fahrt beim Tanken ein neuer Bekannter zu.dscn3282_web

Dann bleibt nur die Sache mit den Kirchendieben ungelöst. Ein paar Tage haben wir ja noch.

Villa Rica und die Frage nach Meer

Von Xico aus folgen wir einem Tipp unseres letzten Gastgebers. Dazu begeben wir uns nach Villa Rica. Hier landete die spanische Flotte und Hernán Cortés gründete an dieser Stelle das erste Veracruz. Heute wie damals weiß man nicht wie’s Wetter wird, und man zog um, weil es zog. Zum ersten Mal. Oberhalb von Villa Rica, das sich mittlerweile in Bedeutungslosigkeit suhlt, liegt Quiahuiztlan . Das ist eine kleine archäologische Besonderheit, wunderbar gelegen und auch noch auf unserer Route.
Wenn man den Ort von der einen Seite betrachtet, findet man dahinter wieder einen Basaltmonolithen. Dreht man sich aber um, löst sich das Rätsel, ob Mexiko am Meer liegt. Das hat die Eine oder der Andere sicher bereits vermutet, jetzt darf man es als Gewissheit ansehen. Ja! Die spanische Flotte kam ja auch nicht übers Land.dscn1742-1dscn1748-1

Die Anlage verfügt über einzigartige,sehr gut erhaltene, als Tempelhäuser gestaltete Gräber. Wie schon mehrfach erlebt, steppt auch hier wieder der Touristenbär gar nicht und wir dürfen einen Archäologen unser Eigen nennen. Man muss sich auch nicht die Hacken ablaufen wie in Teotihuacán, dafür fällt der Eintritt in die Tempelhäuser unter die Rubrik: „Na gut, also wenn das so ist, dann halt eben doch nicht“. Wir wollen ja auch nichts kaputtmachen.dscn1760-1dscn1720-1dscn1708-1Hier sieht man ganz gut, weshalb wir nicht hineingehen. Wir erfahren von außen trotzdem eine Menge. Beispielsweise, dass die Grabhäuser innen mit einer aus Blumen gewonnenen Farbe in Knochengelb gestrichen waren, und um sie außen blutrot zu halten, mit Blut. Davon gab es aufgrund der Staatsrituale ja auch jede Menge. Eigentlich nicht viel anders als heute, nur macht man heute aus dem ganzen Blut nicht Hübsches mehr.dscn1732-1Weil wir zwei ganz liebe sind, nehmen wir unseren Informanten mit hinunter ans Meer, wo er wohnt, und weil er ein ganz lieber ist, organisiert er uns noch einen hübschen Stellplatz. Kleiner Spaziergang am Fischerstrand und dann ins Bett.dscn1836-1dscn1840-1Der folgende Morgen hält dann beim Blick aus dem Fenster endlich ein Bild parat, wie man es sich halt so vorstellt für Mexiko.dscn1844-1dscn1846-1Und den Strand entlang. Mit seinen zarten Strukturen, dezenten Farben und unberührten Formen.dscn1881-1

dscn1878-1Nochmal Bötchen gucken, sich vorstellen dass hier schon die spanische Flotte lag und ab ins Auto.dscn1973-1

Von Monstern und Aliens

Vorbei an blühenden Zuckerrohrfeldern fahren wir nach La Antigua de Veracruz. Das war das zweite von Cortés gegründete Veracruz. Ja, die Spanier hatten noch mehr Hobbys als nur Stierkampf. Auch hier spielte die Natur unseren freundlichen Konquistadoren einen Streich und in der Folge konnten sie ein drittes Veracruz gründen, welches es sogar noch gibt.dscn1981La Antigua ist ein verschlafenes Städtchen, dessen Hauptsehenswürdigkeit  Kunst in den Straßen ist.dscn2031-1dscn2133-1.Oder gibt es doch noch etwas? Hier sind leerstehende, verfallene Gebäude zu sehen. Warum kümmert sich keiner darum?dscn2015-1

Und dann wird es klar- die haben hier ein riesiges Alien-Problem.dscn2095-1Sowas hab ich ja seit der guten alten Nostromo nicht gesehen. Wo ist Lieutenant Ripley, wenn man sie wirklich braucht? dscn2058-1dscn2069-1

Gottseidank lässt sich das durch eine Fotobombe des Erdnomaden schnell beheben, und wir finden uns in den Überresten Von Cortés‘ Haus wieder. Die Natur hat diese Mauern bei dem Versuch sie sich zurückzuholen aufs malerischste bewahrt.dscn2002-1dscn2049-1dscn2080-1

Intermission

Das Netz wird langsam, ich werde müde. Es geht an dieser Stelle bald weiter. Zum Trost ein Sinnspruch aus der Straße der Künste in La Antigua:dscn2136-1

Kommen eigentlich die Monster noch? Sowas gibt es doch gar nicht. Oder? Wir werden sehen.

Aufwachen, die Pause ist vorbei

Das ist stilistisch zwar etwas fragwürdig, was ich hier mache, aber es ist ja mein erster Blog, und da alle Rechte vollumfänglich bei mir liegen, liegen die Rechte es ungeschickt anzustellen auch bei mir.

Wir lassen die Aliens hinter uns, um uns anderem Getier zuzuwenden. Zuerst halten wir an der Straße um frischgeschossene Meerestiere einzukaufen.dscn2155Herrliche Krebse, auch aus Flüssen. Die im Hintergrund zu sehende Ware, obwohl offenbar fangfrisch, stand übrigens nicht zum Verkauf. Der Mexikaner hat ja Geschmack.dscn2156

Und da, da sind sie. Die Monster. Mitten auf der Straße. Gruselig. Geld wollen sie auch noch. Noch gruseliger. Wenn man bei der Hitze, es ist nämlich heiß, sich so maskiert, hat man das aber auch verdient.dscn2414dscn2424

Das wird es dann wohl schon gewesen sein mit den Monstern. Oder?
Wir treffen auch wieder auf alte Bekannte. Die ungeschickten Kirchenräuber sind wieder da. Es werden immer mehr davon. Gut, in Mexiko gibt es ja auch sehr viele Kirchen, aber in der Dreistigkeit ist das schon ein Ding.dscn2468Regelrechte Familienausflüge scheinen das zu sein. Fahren die zu einem Räubertreffen um die Beute zu verteilen? Lustig sind sie ja, und sonderlich zurückhaltend was ihre Identität angeht sind sie auch nicht. Im Gegenteil, sie machen sogar Werbung für ihr lokales Räubernest.dscn2405dscn2403dscn2442Wir beschließen am Abend gründlich über dieses Rätsel nachzudenken. Und wie denkt man am besten nach? Genau bei Rum und Zigarre. Rum haben wir schon, mit den Zigarren hapert es allerdings. Ein leicht zu lösendes Problem, wenn es gelingt eine gute Quelle für die qualmende Denkhilfe aufzutun. Ein ausgezeichneter Ansatz hierzu ist es, beim Erzeuger direkt vorbeizusehen um dem Einzelhandel ein Schnippchen zu schlagen. Hinzu kommt, dass man sich von der einwandfreien Qualität ein Bild machen kann und sichergeht, dass keine ausbeuterische Kinderarbeit im Spiel ist und b44labalabla….

So sieht’s aus:dscn2212Nur Tabak, keine Kinder.dscn2238Und Stolz in den Augen der Arbeiter. Dieser hier hat uns, obwohl gerade schon Feierabend war- der in Mexiko mindestens so heilig ist wie bei uns- die letzten Schritte der Herstellung, nämlich das Einrollen in das Deckblatt vorgeführt. Man darf nicht unterschätzen, wieviel Aufwand in so einem Teil steckt. Wir lassen uns von der Begeisterung anstecken, freuen uns darauf begeistert eine anzustecken und ziehen von dannen.

Und zwar nach Catemaco. Von Catemaco gibt es jetzt nicht so viel zu erzählen, außer, dass es hier auch heiß ist. dscn2355dscn2376dscn2359Ziemlich heiß.dscn2357dscn2348dscn2353Ach, und es liegt an einem See. Das macht es aber auch nicht kühler.dscn2302Also parken wir auf unserem schon wieder furchtbar hässlichem Campground im Schatten und fangen an über die Kirchenräuber zu sinnieren.dscn2294

Bei frugalem Mahl, billigem nur 15 Jahre alten Rum, einem Rest etwas besserem 23 Jahre alten und den aus Sparsamkeit in der Fabrik gekauften Zigarren. Den Wein gibt es so noch mit dazu.dscn2254

Am kommenden Morgen sind wir der Lösung seltsamerweise noch keinen Deut näher gekommen. Wir betrachten noch einmal unser Werk und ziehen weiter.dscn2280Es bleibt heiß.dscn2176Selbst die unerschrockenen Kirchenräuber leiden.dscn2465

Wir machen Kilometer.dscn2629_webStraße.dscn2643_web

Straßenhändler ohne Stand.

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Straßenstände ohne Händler.dscn2534_web

Aufgeweichte Kirchenräuber.dscn2628_web

Übernachtung auf einem beliebigem Campground.

Ha -Bewegung im Dunkeln! Endlich das Monster? Nein nur monströs große Frösche. dscn2497-1dscn2499-1Die würden zwar eine üppige Mahlzeit abgeben, aber so kurz vorm Schlafen soll man ja nicht mehr so fett essen.

Nächster Tag. Wieder Straße.dscn2634_webdscn2529-1Ab und zu kleine Tanzeinlagen von lustigen Mexikanerinnen.dscn2779_webUnd dann endlich in Escarcega, unser Zuhause für ein paar Tage. Mitten im Nix, mit so süßem Dschungel um uns herum.dscn2784_webSo malerisch.dscn2792_webWildromantisch. Und wenn es auf den ersten Blick auch nicht so aussieht, topgepflegt und sauber.dscn2801_webUnd liebliche Natur.dscn2804_webdscn2813_webdscn2821_webdscn2852_webWir gehen mit einem bezaubernden Sonnenuntergang ins Bett. Naja, kurz darauf halt.

Gute Nacht einstweilen.

Hier kommt die Sonne

Mexiko City war fordernd in vieler Hinsicht. Darum gibt’s zum Frühstück erst mal grüne Wurst in die Eier bevor wir weiterfahren.dscn0484

Wir fahren nach Puebla. Dort gibt es auch wieder eine schöne große Pyramide, beziehungsweise den Rest davon. Die Pyramide von Cholula. Nicht mehr ganz im Originalzustand, dafür halt mit Kirche obendrauf. Auch schön.dscn0529

Der Weg zum Ziel führt uns durch die Vorstadt. Wieder einmal protzt das Land mit seiner Farbenpracht. Auf Kirchen und auf Mauern. Der Unterhaltungswert auf Mauern ist erfahrungsgemäß höher. Und endlich sieht man auch den orangefarbenen Mann mit den gelben Haaren.dscn0533dscn0540

Der arme Kerl erfährt ansonsten im mexikanischen Alltag vermutlich weniger Aufmerksamkeit als im bundesdeutschen. Dabei gibt er sich doch redlich Mühe. Irgendwas macht er wohl falsch. Vielleicht sollte er endlich seine große Mauer bauen. Ich bin sicher, die Mexikaner würden sich über die bemalbare Fläche freuen.
Um auf die Pyramide zu kommen, gehen wir als lichtscheues Gesindel erst einmal unten durch. Ein paar hundert Meter im Stein sind als Abkühlung ganz willkommen, denn falls ich vergessen habe es zu erwähnen, in Mexiko scheint jetzt plötzlich die Sonne.dscn0546

Oben auf dem Kirchenplateau angekommen, sehen wir ihn, den absolut unglaublichen zum anfassen nahen, smoking hottest Popo von Mexiko, der sich bei dieser Aufnahme noch in meinem Rücken befindet…dscn0551

…den von den Mexikanern liebevoll Popo genannten Popocatepétl. Der zweithöchste, aber momentan sicher heißeste Berg Mexikos. Zumindest innen.dscn0571_1

Nicht nur wir kommen zur Ruhe und lassen uns von diesem Anblick zum Verweilen einladen. Außerdem geht die Sonne so was von malerisch daneben unter, dass man fast schon Kitschalarm ausrufen möchte. Tut man natürlich nicht, denn es ist ja schön.dscn0603_1dscn0622_1

Ja, das mexikanische Fremdenverkehrsbüro tut etwas für seine Gäste. Abgesehen davon lohnt es sich, denn wir denken das erste Mal daran, Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu besorgen.

Am nächsten Tag geht es schon wieder weiter, schon wieder alte Steine gucken (nicht im Bild).dscn0688

Uns fallen zum ersten Mal junge Menschen auf, die entweder sehr ungeschickte Kirchenräuber sind, oder sich auf einer Mission befinden. dscn0643

Und noch etwas zeigt sich, ein Berg. Mit Schnee obendrauf. Der wird sicher ganz schön hoch sein, denken wir uns. Denken uns aber sonst noch nichts dabei.

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Dann sind wir bei unseren alten Steinen. Ein archäologisches Schmankerl, welches weit davon entfernt ist von Touristen überlaufen zu sein. Sehr weit. Wir sind für Stunden die einzigen.

Cantona

Cantona ist eine auf einem Lavafluss erbaute Stadt, die vor der Erbauung geplant wurde. Zur Erbauung finden sich innerhalb des Stadtgebietes auch noch gut zwei Dutzend Pelotaspielplätze. Das läßt auf ein hochentwickeltes Freizeitempfinden schließen, auch wenn beim Pelota im Zuge ritueller Anlässe die Gewinner eine für uns nur schwer nachzuempfindende Ehrung erfahren durften: Sie durften sterben. Geopfert für die Götter,  wurde ihnen durch Kopfabschneiden, Herz herausreißen und ähnliches ein sicherer Platz im Jenseits zuteil. Da kann man nur froh sein, daß in unserem Jahrhundert niemand auf dem Planeten mehr so beschränkt oder naiv ist, an derartige Dinge zu glauben. Oder? Naja -Inschallah.
Die Anlage der Stadt ist bemerkenswert, auch wenn der allergrößte Teil noch unter Yuccapalmen steckt.dscn0703

Der ausgebuddelte Teil vermittelt uns wie sonst keine andere archäologische Fundstätte die ich kenne, ein unmittelbares Gefühl des täglichen Lebens in einer Stadt.dscn0793dscn0712dscn0731

Der Erdnomade vergleicht es treffend mit dem Nürnberger Burgviertel.dscn0700

Am Horizont taucht wieder der Berg mit dem Schnee auf und über sehr schön gepflasterte Straßen gehen wir in die Richtung.

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Unterwegs nutzen wir die Gelegenheit und spielen eine Runde Pelota. Vermutlich aufgrund der großen Hitze, hören wir aber etwas früher auf, und einigen uns friedlich auf ein Unentschieden.dscn0743

Dann liegt plötzlich die größte Fläche der Stadt vor uns, noch im Schlummer der Zeit verloren.dscn0784_2

Und der Blick über die Ebene läßt uns spüren, dass die Menschen damals gehr genau wußten, warum sie hier gebaut haben.cantona_ebene_web

Dieser Berg nun, den ich ganz unauffällig schon mehrfach erwähnt habe, ist der Citlaltépetl. Der höchste Berg Mexicos. Durch seine enorme Höhe von 5600 Metern und ein paar, erschafft er sich sein eigenes Klima. Und er lässt sich nur sehr ungern blicken. Im Regelfall ist er in den Wolken verschwunden. Man sagt, dass der Reisende der ihn sieht, wieder nach Mexiko zurückkehren muss. Er hat sich uns sehr klar und deutlich gezeigt. Wie es aussieht, hat er mit uns noch etwas vor. Dass er damit beim Erdnomaden und seinem alten Freund offene Türen einrennt, muss man ihm ja nicht gleich auf die Nase binden.

Xico

Unser Zuhause für die kommenden Tage wird Xico sein. Dort wollen wir uns etwas Ruhe gönnen. Zur Ruhe gehört gutes Essen. Auf der Fahrt nach Cantona fiel uns ein Schild mit Reklame für Serrano-Schinken auf. Also nix wie hin.dscn0813Es stellt sich heraus, dass der Schinken nur als Gericht abgegeben wird. Nicht so schlimm, es gibt Honig, Birnenmarmelade und Ziegenkäse. Zum Abschied dürfen wir noch die Erzeuger begrüßen.dscn0817

Kurz nach Mögeldorf biegen wir dann Richtung Oberammergau ab.dscn0830dscn0831

Natürlich Blödsinn, es sieht nur so aus. Wir sind immer noch im Hochland und das hat in Mexiko viele unterschiedlichste Facetten. Ursus bringt uns sicher ans Ziel, allerdings ist es bereits dunkel als wir ankommen.
Am Morgen gibt es den leckeren Ziegenkäse auf die Eier. Grüne Wurst ist passé. Wir schlendern über unseren Stellplatz, der alleine schon eine Reise wert ist. Nur die Nummer mit den verzauberten Prinzessinnen haut immer noch nicht hin.dscn0885dscn0901dscn0892dscn0914

Ein Ausflug in die Ortsmitte ist der nächste Punkt. Wir spazieren herum.dscn0994dscn1043

Wir sehen Klischees bestätigt-der Mexikaner mag es bunt,dscn1044

und widerlegt- der Mexikaner arbeitet nicht. Das tut er sehr wohl. dscn1028

Einer der Gastwirte lädt uns ein auf seinen Mirador, einen kleinen Aussichtsturm auf dem Dach.dscn1059dscn1087Wir freuen uns über die Aussicht,dscn1072

mit Ihren sanften Hügeln und Tälern.dscn1083dscn1095

Inspiriert wollen wir tiefer hinein in die Berge und nehmen den Bus nach Teocelo.dscn1148

Dort auf der Plaza essen wir Eis, schauen uns an, wie man sich als gesetzter Herr verhält und tun das gleiche – nämlich erst mal nichts.dscn1168

Nachdem wir dann genau wissen, für welche Filme sich alt…,dscn1158

…und jung begeistern,dscn1160

möchten wir dann doch weiter. Mit dem Taxi fahren wir das Tal weiter bis unser Fahrer  anhält um uns etwas zu zeigen.dscn1350dscn1336dscn1322

Die Gegend von oben. Weit oben. Bei uns wäre da sowas von einem Geländer, in Mexiko wird auf die Eigenverantwortung der Leute vertraut. Also, ich meine, wer würde da denn noch einen Schritt weitergehen?dscn1344

Das kleine Kreuz war sicher nur Dekoration.

Pünktlich nach Feierabend der Gaststätten kommen wir zurück nach Teocelo. Eine liebenswürdige ältere Wirtin erkennt das Problem, und bekocht uns mit bester Hausmannskost. Huhn in Mole.dscn1546

Der Erdnomade ist fasziniert vom selbstgemachten Fernsehprogramm,dscn1548dscn1557

und dem Bild mit elf Jüngern und einer Jüngeren an der Seite eines jüdischen Zimmermannsohnes im besten heiratsfähigen Alter.dscn1550

Satt im Bauch und im Kopf, fahren wir mit dem Bus zurück. Und der alte Freund freut sich über den Fensterplatz, bei dem das Fenster noch aufgeht.dscn1571dscn1580

Bis zum nächsten Mal. Da wird es dann wieder spannend. Diesmal war Ausruhen angekündigt, also kein Gemecker bitte.

 

Mineral del Chico

Nach unserem kleinen Ausflug in die Anderswelt, machen wir uns auf nach Mineral del Chico. Vorher besorgen wir uns noch etwas Proviant in essbarer Form, und der Erdnomade  lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen die Puppen auf den Stühlen tanzen zu lassen, damit sie uns Bier holen dürfen. Wer jetzt an Schweinereien denkt, für den gibt es gleich ein Bild der allgegenwärtigen Chicharrones. dscn8381dscn8387dscn8391

Die fröhlichen Schreine lassen uns auf sichere Reise hoffen.dscn8412

Allerdings lässt das gute Wetter auch in Mineral del Chico weiterhin auf sich warten. Da der Erdnomade und sein alter Freund jedoch nicht aus Zucker sind, hält sie dieser Umstand nicht davon ab, die Gegend um ihr neues Kurzzeitdomizil ausgiebig zu erkunden.dscn8426Die ausgeprägte Tierliebe einiger Mexikaner hinterlässt auch in Mineral del Chico Spuren.

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Wie häufig im Hochland, gab es Silberminen und die erzverarbeitenden Betriebe. Der Untergang dieses Wirtschaftszweiges ist nicht zu übersehen.dscn8464

Fast übersehen hätten wir jedoch beinahe, die im ersten Stock gelegene Halle mit schmackhafter Gastronomie und sozialistischen Anklängen. Wer des Spanischen mächtig ist, wird sehen, daß es hier vorgeschriebene Einheitspreise für die dargebotenen Speisen gibt. Der Rest von Euch weiß es nun durch diesen Text.

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Schnell noch eine warme Wollmütze gekauft und ab in die Natur.dscn8493

Typisch für die Region ist die Existenz von Gnomen. Man findet sie überall, solange man nur die Augen offenhält.dscn8509dscn8520dscn8557

Durch unsere neuen Mützen wohlbehütet, gehen wir unseren ersten Dreitausender an. Die Gelegenheit ist günstig, da wir ja schon auf großer Höhe sind. Sozusagen ein Spaziergang.dscn8502dscn8536Am schönsten ist es immer, wenn man dann oben ist.dscn8498Ein ganz klein wenig Aussicht dürfen wir  sogar trotz der Wolken haben.dscn8519Dann aber wieder runter, morgen ist ja auch noch ein Tag.dscn8568Die freundlichen Berggnome sorgen für eine kleine Erfrischung zwischendurch. Die ist nicht unbedingt nötig, aber es ist einfach immer leckeres Wasser, wenn obendrüber keine Landwirtschaft ist.dscn8541dscn8583dscn8587

Der darauffolgende Tag hält eine Überraschung parat: Sogar in Mexiko scheint ab und an die Sonne.dscn8605Begeistert von dieser Entdeckung, erkunden wir vor der Weiterfahrt noch ein wenig die andere Seite des kleinen Nationalparks, der für eine Nacht unser Zuhause war.dscn8627dscn8663dscn8635

Und dann geht es wieder auf die Straße. dscn8742Unter anderem durch Pachuca, eine Stadt wie viele andere, es sei denn, man sieht nochmal in den Rückspiegel. dscn8726

Was ein paar Eimer Farbe in diesem Stadtteil der Großstadt doch anrichten können. Da könnte sich so manches Eck in Deutschland gerne mal was abgucken.dscn8737dscn8755

Nach einer Vesperpause mit am Strassenrand gekauften Blätterteigpasteten (ohne Abbildung) und ohne von der angepriesenen Limonade „Boing“ zu kosten, fahren wir an einer kleinen Ausfahrt ab, um eine weitere Sehenswürdigkeit in Augenschein zu nehmen. Wir sind übrigens gerade dort, wo der Pfeffer wächst.dscn8782

Die Vegetation ringsumher hat durchaus etwas störrisches, und der Begriff Dornenhecke wird hier auf eine neue Stufe gehoben.dscn8774dscn8771

Wer schon errät, um was für eine Sehenswürdigkeit es sich handelt, bekommt ein Glas Wasser.dscn8821

Na, schon wärmer?dscn8790

Richtig. Der Aquädukt des Pater Tembleque. Hier im Bild nicht der Pater. Und ja, auch richtig vermutet, es ist schon wieder ein Unesco Weltkulturerbe.dscn8803dscn8814dscn8842Auch wenn der Erdnomade als altgedienter Wasserbauingenieur a.D. seine Freude mit dem Bau hat, fahren wir dennoch weiter. Das nächste Ziel ist die lebendige kleine Stadt mit dem kleinen Berg, den Ihr hier schon sehen könnt. Den besteigen wir dann gleich am nächsten Morgen, haben wir vor.dscn8894dscn8899dscn8884

Tja nun, am Morgen sieht der Berg irgendwie anders aus. Viele Mauerreste gibt es hier außerdem auch.

Schluß mit albern, wir sind in Teotihuacán.

Teotihuacán

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Teotihuacán, das heißt soviel wie: Die Stadt in der Menschen zu Göttern werden. Als die Azteken ankamen, war die Stadt bereits seit mehreren Hundert Jahren verlassen, und sie gingen davon aus, daß die Erbauer zu Göttern wurden. Warum sonst hätten sie solche Bauwerke einfach verlassen sollen. In der Tat weiß man bis heute sehr wenig über die ursprünglichen Erbauer dieser Stadt, und das Bißchen, das die Azteken und Mayas vielleicht noch wußten, wurde mit all den anderen schriftlichen Aufzeichnungen dieser Völker fleißig verbrannt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Kirche als treibende Kraft dahinter.
Aber was soll’s, imposant bleibt die Anlage allemal. Die Dimensionen der Bauten und Straßen erschließen sich wieder einmal nur schwer über Bilder. Ich hab trotzdem ein paar gemacht.dscn8925dscn8927dscn8933

Die sogenannte Straße des Todes von der Mondpyramide aus. Diese zu besteigen, fällt dem Erdnomaden und seinem alten Freund glücklicherweise leichter, als anderen.dscn8932dscn8950

Auf dem Weg zur Sonnenpyramide kraxeln wir gleich noch auf alles, das nicht bei drei auf dem Baum ist. Und Gebäude kommen ja bekanntlich schwer auf Bäume.dscn8940dscn8962

Die Sonnenpyramide ist die drittgrößte Pyramide der Welt, und dennoch kein wenig weniger beeindruckend von ihren Maßen als die anderen zwei. Beim Aufstieg kann man gut erkennen, daß viele andere Besucher dies auch so empfinden.dscn8977dscn9038dscn9006

Man ist so nah an der Sonne, daß ein Hut alleine schon gar nicht mehr genügend schützt.dscn9020

Wir machen es wie der Lieblingsfußballverein des Erdnomaden, steigen wieder ab und gehen die Straße des Todes entlang, teilweise auch die Parallelstraßen, wobei man interessante Raubtiere beim Lauern auf Beute erleben kann.dscn9047dscn9066

Kurz vor der Ciudadela, dem Herrscherbezirk, treffen wir auf mexikanische Schüler. die voller Interesse die Kultur ihrer Vorfahren bestaunen. Vielleicht auch erst morgen, wenn sie sehen, wo sie waren.dscn9106

Die Ciudadela erinnert ein klein wenig an das deutlich kleinere Zeppelinfeld bei uns in Nürnberg. Mich würde interessieren ob der gute alte Speer hier ein wenig abgekupfert hat.dscn9111

Es gibt allerdings keine Rednertribüne, sondern wieder eine Pyramide, Quetzalcoatl, dem gefiederten Schlangengott geweiht. dscn9135

Draußen wird es langsam heiß, darum gehen wir ins angeschlossene Museum um uns abzukühlen. Die ausgestellten Objekte lassen auf großen Durst der Ureinwohner schließen.dscn9151

Nicht jeder hat den Kaktusschnaps gleich gut vertragen.dscn9187

Ob wohl die gereichten Häppchen daran schuld waren? Zu zäh?dscn9183

Der Erdnomade hat mich zumindest auf die vielen Zahnärzte aufmerksam gemacht, die hier bestattet wurden.dscn9179

Immerhin hatten sie alle einen Platz am Herzen für ihre Liebsten.dscn9189

Zurück am Ursus ist Putztag angesagt, und der Erdnomade muss sich förmlich zerteilen, da der alte Freund immer nur die Kamera in der Hand hat.dscn9212

Mexiko Stadt

Der Erdnomade bleibt gleich so, denn in Mexiko Stadt, wohin wir am folgenden Tag gehen, gibt es viel zu sehen. Da ist jedes Auge mehr hilfreich.dscn9306

Als erstes zieh’n wir uns als brave Touristen den Palacio de Bellas Artes rein.dscn9461Ein Wahnsinnsbau mit tollen permanenten und temporären Ausstellungen.dscn9322

Eine der aktuellen ist zum Beispiel „Helden in Strumpfhosen“.dscn9330Ach nein, „Die Farben der Götter“ war es. Sehr erhellend, falls jemand dachte in der Antike war alles nur steingrau. In Wahrheit nämlich, hatten unsere Altvorderen in allen Kulturen  immer ein Faible für bunt.dscn9388dscn9350Wenn auch nicht immer ein Faible für Sanftmut, wie man bei obiger Abbildung sehen kann.

Als permanente Ausstellung finden wir z.B. viele Arbeiten des bekanntesten Künstlers von Mexiko, Diego Rivera. Bei dem gehen wir später noch auf einen Kaffee vorbei.dscn9360

Danach verschaffen wir uns einen Überblick über diese gigantische Stadt, sehen ganz deutlich, daß dies ein hoffnungsloses Unterfangen ist und stürzen uns munter hinein ins Leben.dscn0208dscn9475Leidenschaft ist ein wichtiger Bestandteil der mexikanischen Kultur.dscn9281Auch eine Leidenschaft für überirdisches gehört dazu.dscn9258dscn9899dscn9952Also gehen wir auch mal in die Kirche, nämlich in die Kathedrale von Mexiko Stadt. Zufällig die größte Kathedrale auf dem amerikanischen Kontinent. Von dieser Seite aus noch gar nicht so groß, macht das Teil von innen ganz schön auf.

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Die Leute sind begeistert, und die Lahmen können bald wieder sehen.

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Ich für meinen Teil kann sowieso sehen, und schau mir dann lieber die überall zu findenden Murales an.dscn9976dscn9994

Oder die Vielzahl an kleinen originellen Geschäften.dscn0268dscn0261

Der Erdnomade freut sich über ein Fachgespräch unter Kartlern.

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Dieses Miteinander von urig und modern ist das, was den Charme dieser Megacity von zwanzig Millionen Menschen ausmacht.dscn0254dscn9489dscn9541dscn0418dscn9960dscn0258

Die eine oder andere Stilblüte bleibt nicht aus.

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Eine kleine Stärkung vom beliebtesten und belebtesten Strassenverkauf der Stadt, der vermutlich Hunderte von Menschen jeden Tag aus einer Lücke zwischen den Häusern heraus versorgt. Eine sogenannte Versorgungslücke.

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Danach noch schnell ein frischgepresster Saft,

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und auf zum Diego Rivera Haus.

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Leider ist er nicht da, vermutlich ist er gerade mit Alexander von Humboldt auf ein Bier. Oder mit Walter Gerstung. Über Püppchen philosophieren.

Wir jedenfalls schlendern nun über, bzw. durch den Markt. Gross wie eine Kleinstadt und betriebsam wie ein Ameisenhaufen, gibt es nichts, aber auch gar nichts, was es hier nicht gibt. Für Personen mit Klaustrophobie nicht zu empfehlen.

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Allein die Abteilung oder besser das Stadtviertel für Weihnachtsschmuck ist mehrfach so gross, wie der Nürnberger Hauptmarkt.

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Also, wer noch was fürs Fest braucht, nix wie hin.

Natürlich passiert’s irgendwann und der Erdnomade wird von seinen Fans erkannt und um Autogramme gebeten.dscn9856

Ich geh schon mal vor, und wir treffen uns dann auf dem Mariachi- Platz. Dort lungern in und um die Kneipen Musiker, die spielen oder auch nicht.

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Das System erschließt sich uns nicht wirklich, aber ein kleines Rätsel darf Mexiko Stadt dann auch behalten.
Wir wollen nochmal von oben auf die Stadt sehen. Auf dem Weg laufen wir in ein Umsonst und Draussen Konzert.dscn0090

Wer hier spielt wissen wir nicht, aber die Band hat jede Menge Fans.

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Nur die Übertragungsmannschaft vom Fernsehen guckt lieber Fußball.

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So, jetzt noch ein Blick von unten und einer von oben und dann gute Nacht liebes Publikum. Das war jetzt ein langer Beitrag, aber wir haben soviel schon wieder erlebt, daß ich mit dem Schreiben voll in Verzug geraten bin.dscn0063

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Wird der alte Freund noch etwas sehen, das er noch nie gesehen hat? Wird der Erdnomade seine gespaltene Persönlichkeit behalten? Liegt Mexiko am Meer, und wird Ming der Unbarmherzige endlich seine Bananendiät beenden? Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen erfahren Sie in der nächsten Folge.
Schalten Sie deshalb ein, wenn es wieder heißt: Ein alter Freund auf Tour mit dem Erdnomaden.

Huasca de Ocampo

Magische Welten im Pueblo Mágico

Es geht wieder auf die Straße. Nächster Halt: Huasca de Ocampo. Bis dahin dauert’s aber noch.dscn7381Lange Fahrt auf mexikanischen Straßen. Und schon wieder hinauf in die Wolken.dscn7887Und hinunter ins Tal. Und hinauf. Und hinunter. Alles in Kurven. Fantastische Landschaften. Da wir aber Kilometer machen wollen, halten wir nicht an, und ich verkacke heute völlig beim Versuch aus dem Fenster zu fotografieren. Deshalb ein Bild von unserem durchs Fenster ins Auto verkauften Imbiss (noch mal Tamale- im Maisblatt gedämpfte Maisteigtaschen , hier mit Mole Rojo) und dann nur noch zwei Bilder von unterwegs. Reicht ja auch. Oder wollt Ihr ewig gucken.dscn7945dscn7913_2dscn8007

In Huasca de Ocampo angekommen noch ein Bierchen bei diesem Anblick:img_4378-1_1Und ein letzter Check der Ergebnisse vom Club.img_4404_1

Am folgenden Morgen dann ist beim Blick aus dem Fenster nicht ganz klar, ob man jetzt unerklärlicherweise doch bei deutschem Sauwetter im Bayrischen Wald steht.dscn8015Es ist saukalt, darum kleidet sich der alte Freund als erfahrener Mexikonaut in passende Untergarnitur.dscn8022Unerschrocken hinaus in den Außenbordeinsatz. Fragt sich nur: ist das schon Schnee auf den Bäumen?dscn8040

Bei Tag betrachtet befindet sich in der Schlucht nebenan die Hacienda Santa María Regla. Dort gehen wir nun hin. Was soll man bei so einem Wetter sonst machen.

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Heute ein Hotel, war hier früher eine Silbermine und Schnapsdestillerie. Wieder einmal verpassen wir um Haaresbreite unseren alten Freund Alexander von Humboldt.dscn8190dscn8371

Von außen betrachtet ist das Gebäude und die dazugehörige Anlage interessant, aber nicht wirklich spannend. Die diversen Dächer geben zwar Rätsel auf über ihre vormalige Verwendung, wir sind aber schon fast auf dem Sprung weiterzuziehen. Das Wetter fordert seinen Tribut.dscn8255dscn8230

Beinahe hätten wir einen kleinen unscheinbaren Eingang in tiefere Regionen übersehen. Den nehmen wir noch mit, denken wir – und die Reise beginnt.dscn8213

Woanders. Auf einen Schlag. Ganz woanders.dscn8270Magische Welten tun sich auf. Verwunschene Gärten, geheimnisvolle Tempel, dscn8274

unerklärliche Gegenstände für okkulte Rituale.dscn8372

Über im Sinne des Wortes verschlungene Pfade geraten wir immer tiefer hinein in das Mysterium.dscn8294dscn8305Djangos Kutsche taucht vor unseren fassungslosen Augen auf.dscn8311Und Edgar Allen Poe’s Fass Amontillado.dscn8318

Doch der Kaninchenbau hört noch nicht auf. Hinaus ins Licht einer anderen Welt.dscn8333

Wir durchstreifen verwunschene Wälder, in denen uns seltsame Wesen begegnen.dscn8344dscn8337

Wir treffen auf verzauberte Frösche, verkneifen uns aber den Versuch sie zu küssen.dscn8365

Und am Ende des Dickichts, angelockt von einem wunderbaren Rauschen finden wir dies.dscn8150dscn8116dscn8355

Wir haben sie gefunden, die sagenumwobenen Prismas basàlticos de Santa María Regla.dscn8059dscn8083

Leider haben zumindest die Basaltsäulen durch den Tourismus dann doch etwas, aber nur etwas ihren Zauber verloren. Immerhin hatten wir den unteren kleinen See alleine für uns, da wegen des Wetters der Weg von Santa Maria Regla über die Felsen und durch den Wald allen zu mühsam war. Auch ist die Hängebrücke über die kleine Schlucht durchaus begehenswert. Sie schaukelt so schön, wie man das bei Hängebrücken gerne hat.dscn8064Und der Mexikaner soll ja am Wochenendausflug auch seine Freude haben. dscn8085

Der Untergrund von Santa María Regla ist hingegen wirklich magisch -wenn man so unerwartet hineingerät, wie der Erdnomade und sein alter Freund, und keine anderen Besucher das Bild trüben.

 

Aquismón

Dieser Blog handelt von Vögeln und großen Löchern

…und warum fährt der hier überhaupt Stroh rum?dscn8377

Na egal. Wir jedenfalls fahren  nach Aquismón im Bundesstaat San Luis Potosi. Die Landschaft ist hier von einem Grün, das man bei uns im Frühjahr findet. Gelegen in einem Tal mit vielfältiger Landwirtschaft, befindet sich unser Ziel. dscn6895Nein, es ist nicht die Luft die dreckig ist, sondern nur die Windschutzscheibe. Am Straßenrand werden die diversen Produkte der Gegend in der für Mexiko typischen, zurückhaltenden Art angepriesen.dscn6861Da in Aquismón kein überzeugender örtlicher Stellplatz zu finden ist, tun wir das Außergewöhnliche und checken im Hotel ein. Öfter mal was Neues.dscn6948dscn7022dscn7096Überraschenderweise bietet sich am folgenden Morgen im Innenhof des Hotels die Gelegenheit zur entspannten Tierbeobachtung. Der alte Freund verfolgt mit großem Interesse das Flugverhalten von fünf verschiedenen Schmetterlingsarten, beobachtet unterschiedliche Eidechsen und sieht seinen ersten Kolibri. Davon gibt’s aber keine Fotos.
Zum Frühstück geht es auf in den Ort. Hier finden wir wieder Murales, deren Inhalt neugierig macht.dscn7071

Ganz offenbar warten einige Naturspektakel auf uns.

Nach dem Frühstück erkundigen wir uns nach dem Weg und fahren in die Berge. Am Arsch der Welt kommen wir in einem abgelegenen Bergdorf an und wollen einige Höhlen besichtigen. Der freundliche Huaxteke von nebenan führt uns. Zumindest denken wir er ist freundlich, er spricht nämlich nur den lokalen Indiodialekt.dscn7157

Nach einer halben Stunde Aufstieg im indianischen Schweinsgalopp und nahe dem Herzinfarkt, sind wir an der ersten Karsthöhle. Die gibt es in der Fränkischen auch, nur das mit den eingestürzten Decken ist deutlich dramatischer als bei uns.

So, oder so ähnlich kennt man es von Zuhause. Etwas kleiner möglicherweise. Links unten sieht man unseren Guide.

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Von der anderen Seite jedoch, gewinnt die Cueva das Rennen. Womit wir auch endlich den Namen dieses Ortes verraten könnten: Las Cuevas de Mantetzulel. Wenn man es dramatisch mag, kann man noch perdidas (verloren) einfügen. Muss man aber nicht. Sie sind ja noch da. Auf Anregung des Erdnomaden, starten wir wieder eine Runde unseres allseits beliebten- „Findet den…“. Diesmal: den Hund des Guides, der auf den schönen Namen Max hört (der Hund). Wer Ihn findet, kriegt ein Frolic. dscn7128dscn7138dscn7166Hier sehen wir den Erdnomaden. Passenderweise auf der sogenannten Präsidentenkanzel.dscn7187dscn7193

So gehts dann wieder raus.dscn7197Und unser Huaxteke war wirklich freundlich.

Dann ein Häppchen Essen, lecker Tamales,dscn7038…Schüler gucken, die ja in Mexico soooo anders sind als bei uns,dscn7033und das Rätsel lösen, aus welchem Material echte Mexikanerhüte denn nun sind -Plastik-kein Witz.dscn7051

Dann weiter zum nächsten großen Loch. Diesmal mit Vögeln.

Nämlich die Sótano de las Golondrinas

Hier schonmal die Golondrinas.dscn7226

Die Sótano de las Golondrinas ist ein ziemlich grosses und noch tieferes Loch im Berg. Heimstatt von drei-, bis dreieinhalb Millionen Schwalben und einigen anderen Vögeln, die  zahlenmäßig dann auch schon egal sind.
Die Geräuschkulisse ist unbeschreiblich. Die Schwalben kreisen abends vorm Zubettgehen in einem riesigen Ring über der Höhle, und das tun sie nicht schweigend. Ab und an wird das Geschrei noch lauter, dann löst sich eine Gruppe von mehreren hundert Vögeln aus der Masse und schießt mit bis zu 160 km/h hinab. Dabei entsteht ein Rauschen, das sich am ehesten mit dem Geräusch von Meeresbrandung vergleichen lässt.
Ich habe versucht dieses Geräusch zu fotografieren, aber es hat irgendwie nicht geklappt.dscn7249

Leider ist auch das Loch so riesig, daß ich es mit meiner geliebten kleinen Westentaschenurlaubskamera nicht wirklich festhalten konnte.
Darum nun zu etwas völlig anderem.

Kaffee! Beim Aufstieg von der Sóltana-ja, irgendwie geht es heute ständig bergauf-besorgt sich der Erdnomade noch etwas vom hier angebauten Lebenselixier.dscn7265

Und in freudiger Aussicht darauf, gehen er und der alte Freund mit dieser optischen Aussicht schlafen.dscn7299